Als Anergienetze werden bidirektionale Niedrigtemperaturnetze verstanden, welche Wärme, Warmwasser und Kühlung durch die Anwendung von Wärmepumpen bereitstellen können. Damit unterstützen sie die effiziente Nutzung erneuerbarer Energiepotentiale und Integration saisonaler Energiespeicher.
Anergienetze werden oft auch unter Bezeichnungen wie
- bidirektionale Niedertemperatur-Wärmenetze,
- kalte Wärme- oder Nahwärmenetze,
- LowEx (low exergy) Wärmenetze,
- 5GDHC („Wärmenetze 5.0“), sowie
- Thermal Source Networks (TSN)
erwähnt.
Für dicht bebaute Quartiere und Ortszentren, vor allem jene ohne ausreichenden Zugang zu Fernwärme, stellt die Dekarbonisierung der Wärmeversorgung eine besondere Herausforderung dar. Anergienetze bieten hierbei eine effektive Lösung, indem sie Wärme auf niedrigem Temperaturniveau (ca. 5 °C bis 25 °C) in einem ungedämmten Netz mit verschiedenen Wärmequellen und Wärmeverbrauchern verteilen können – im Sommer kann darüber auch Kühlung bereitgestellt werden. Werden darüber hinaus Erdwärmesonden in das Netz integriert, kann somit Abwärme saisonal gespeichert werden, was die effiziente lokale Nutzung von Energie ermöglicht. Die angeschlossenen Netzteilnehmer:innen nutzen dafür dezentrale Wärmepumpen mit hoher Effizienz, die sowohl für Heizzwecke als auch zur Kühlung eingesetzt werden können und somit komplexere, getrennte Anlagen überflüssig machen.